Das Betriebsverfassungsgesetz regelt, dass der Betriebsrat sowohl für die tariflichen als auch die außertariflichen Angestellten eines Unternehmens zuständig ist (nur Leitende Angestellte werden nicht vom Betriebsrat vertreten). Für die Praxis bedeutet das vor allem, dass auch AT-Angestellte wahlberechtigt und wählbar sind, das heißt, sie können für die Wahl zum Betriebsrat kandidieren. Das ermöglicht die direkte Interessenvertretung im Rahmen der betriebsverfassungsrechtlichen Mitbestimmung – AT-Angestellte können ihre speziellen betrieblichen Fragestellungen in die Betriebsratsarbeit besser einbringen und so ihre Arbeitsbedingungen wirksamer mitgestalten.

Gerade für die Gestaltung der Arbeitsbedingungen von AT-Beschäftigten spielt der Betriebsrat eine wichtige Rolle: Laut § 77 Abs. 3 BetrVG können Arbeitsentgelte oder sonstige Arbeitsbedingungen, für die es tarifliche Regelungen gibt, nicht Gegenstand einer Betriebsvereinbarung sein (Ausnahme: Die Tarifbestimmungen sehen ausdrücklich den Abschluss ergänzender Betriebsvereinbarungen vor). Für Beschäftigte, die zwar nicht unter den Tarifvertrag, aber in den Zuständigkeitsbereich des Betriebsrates fallen – also z.B. AT-Beschäftigte, aber auch Leiharbeitnehmer – kann der Betriebsrat jedoch sehr wohl auf den Abschluss von entsprechenden Betriebsvereinbarungen hinwirken. Prominentes Beispiel hierfür sind Regelungen zur Anwendung der Stellenbewertung sowie AT-Vergütungsregelungen.